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RDA offiziell in Kraft

Das neue Katalogisierungsregelwerk „Resource Description and Access“ (RDA) ist mit 1. Januar 2016 auch offiziell in Kraft getreten. Bücher mit dem neuen Erscheinungsjahr müssen verpflichtend nach den RDA katalogisiert werden; davor war die Erfassung optional - wenngleich im OBV bereits gängige Praxis. Hier waren alle Vorbereitungen seit einiger Zeit abgeschlossen; der Umstieg war auch produktiv bereits vollzogen.

Was sind die Vorteile des neuen Regelwerks, das im gesamten deutschen Sprachraum zur Anwendung kommt? Essentiell ist der Umstand, dass die RDA einheitlich für alle Ressourcen gelten, die in einer Bibliothek vorkommen können: Bücher, E-Medien, Karten, Musikalien sowie sonstige Nicht-Buch-Materialien werden ab sofort nach denselben Regeln beschrieben. Weiters sind die RDA als internationales Regelwerk konzipiert: sie lassen lokale Unterschiede in der Katalogisierung deutschsprachiger, anglo-amerikanischer, französischer usw. Medien der Vergangenheit angehören. Ziel ist ein einheitliches Regelwerk für die gesamte Welt, das die Nutzung von Daten um vieles einfacher und transparenter macht. Auch sollen die RDA nicht auf Bibliotheken beschränkt bleiben – ihre zukünftige Anwendung in z.B. Archiven und Museen wird den übergreifenden Zugang zu kulturellen Materialien bald um vieles einfacher gestalten.

Die neue Katalogisierungspraxis bringt viele Vorteile: So wird z.B. die Verlinkung zu Werknormsätzen das Retrieval erleichtern, können differenzierte Beziehungskennzeichnungen zwischen Person (bzw. Körperschaft oder Familie) und einer Ressource erfolgen oder Inhalts-, Medien und Datenträgertypen codiert werden.

Der erste RDA-Datensatz im OBV wurde übrigens bereits am 17.8.2015 eingebracht und beschreibt ein Werk mit dem Titel "Metamorphosis" - eine englische Übersetzung der "Verwandlung" von Franz Kafka. Nicht ohne Grund erschien genau diese Erzählung passend für eine Umstellung von der genannten Dimension: weniger weil es sich, wie der Klappentext weiß, um eine Geschichte "of unexplained horror and nightmarish transformation" handelt, sondern vielmehr deshalb, weil der Terminus "Metamorphose" in vielerlei Hinsicht einen kompletten Wechsel von Form, Struktur und Substanz anzeigt.

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